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Geschichte

Eine lange Geschichte...



Dank einer idealen geografischen Lage kann Gemundia sich entwickeln. Im 8. Jahrhundert ist dieser Ort nichts weiter als ein großer Bauernhof am Zusammenfluss von Saar und Blies. Die Nähe zu einer Furt sowie der Bau einer Straße machen aus ihm einen unumgänglichen Verbindungspunkt zwischen Nord und Süd, sowie Ost und West. Ein strategischer Standort. Aus diesem Grunde wurde der Bauernhof bereits kurze Zeit später befestigt, bevor er einem Schloss wich, das bis zum 13. Jahrhundert das Saartal überragt.

Saargemünd, ein Landsassensitz der Herzoge von Lothringen, unterstreicht seinen militärischen Charakter und schafft die Grundlagen für eine gerichtliche und steuerliche Verwaltungsstruktur. Nach und nach weitet sich der Einflussbereich des Landsassensitzes auch auf die umliegenden Dörfer aus. Mit der Bewilligung einer „Charte de Franchise“ (Verleihung der Stadtrechte, 14. Jahrhundert) befreit sich Saargemünd von der lehnsrechtlichen Bindung. Die Stadt wird von einem autonomen Stadtrat geleitet. Sie ist nun in der Lage, sich um drei Zentren zu entwickeln: Militär, Verwaltung und Handel. Der Wohlstand wird jedoch oft von Kriegen und Epidemien überschattet, von denen die Region heimgesucht wird.
 
Mitte des 18. Jahrhunderts bringen die Territorialreform und Handelsabkommen zwischen Frankreich und den germanischen Prinzen die Grenzen des gerichtlichen und steuerlichen Zuständigkeitsbereiches in Einklang. Zusammenhängende Gruppe von Dörfern bildet sich um Saargemünd.

Der Handel verzeichnet dank der Einfuhr von Holz aus Holland und dem lokalen Textilgeschäft einen bemerkenswerten Aufschwung. Eine weitere Aktivität kommt hinzu: Die Steingutindustrie.

Der Vertrag von Wien (1815) setzt Saargemünd der Arroganz der Preußen aus, was einen entscheidenden Einfluss auf die Geschichte des Ortes hat. Die Lothringer Stadt muss sich mit einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Dynamik durchsetzen. Dies ist die Geburtstunde der ersten großen „Industriebarone“ wie Utzschneider, de Geiger, Jaunez und Huber. Dank neuer Kommunikationswege (Kanäle, Straßen, Schienen) wird die Stadt aus ihrer Isolation befreit, was ihr einen Wohlstand ohnegleichen beschert. Hohe Schornsteine überragen die Dächer der Fabrikhallen, in denen die Bevölkerung Schwerstarbeit leistet. Die Bevölkerung Saargemünds betrug im Jahre 1850 noch unter 6000 Einwohner. Um 1900 sind es über 14.000 Einwohner und ein Jahrhundert später 23.000!

Nach dem ersten Weltkrieg wird das Steinkohlenbecken zum Zugpferd der regionalen Wirtschaft und Saargemünd leidet unter der Nähe zum Feindesland. Die Stadt wird durch die Maginot-Linie zu einer Grenzstadt auf dem Vorposten des französischen Vaterlandes. Eine Situation, die nicht im Interesse der Stadt ist. Nach dem Trauma des Konflikts von 1939-1945 befreit Saargemünd sich allmählich aus seiner schmerzhaften Lethargie.

Es folgt die Zeit des Wiederaufbaus, die eine den modernen Erfordernissen entsprechende Stadtsanierung ermöglicht. Lange Zeit sorgen die Bauunternehmen für den guten Ruf Saargemünds. Obgleich mit Bedauern der Niedergang der traditionellen Gewerbe (Textil und Keramik) festzustellen ist, kommt es in den Sechziger Jahren zu einem neuen industriellen Aufschwung. Die Vorstellung eines „gemeinsamen Marktes“ nimmt langsam aber sicher Gestalt an, und die Nähe zu Deutschland eröffnet vielversprechende Wirtschafts- und Handelsperspektiven.

 
 

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